Interview mit Christina Hecke

Zum Start der Krimireihe "In Wahrheit"

An der neuen Krimireihe "In Wahrheit" schätzt Hauptdarstellerin Christina Hecke vor allem, dass die Fälle auf Tatsachen beruhen. Und sie dabei als Kommissarin irgendwie ganz sie selbst sein kann

"Einfach Frau sein"

In der nagelneuen ZDF-Samstagabend-Krimireihe "In Wahrheit" spielt  Christina Hecke die ermittelnde Kommissarin Judith Mohn. Das macht sie durch und durch sympathisch. Scheint ihr irgendwie im Blut zu liegen. 

Warum haben Sie die Hauptrolle, eine neue Kommissarin aus dem Saarland, angenommen?

Christina Hecke: Was mich sofort angesprungen hat: der Titel "In Wahrheit". Wahrheit und Ehrlichkeit schätze ich im Leben sehr. Die Frage war ja auch: Warum noch ein Krimi? Unsere Fernsehlandschaft ist übersät davon. Aber das Prinzip hat mich überzeugt. Wir erzählen Fälle, die tatsächlich passiert sind. Das ist der Grundparameter für diese Reihe. 

Wie sympathisch war Ihnen die Figur Judith Mohn?

Christina Hecke: Sehr. Judith Mohn ist zwar tough und läuft mit ihrer Waffe am Halfter ewig durch den Tag, aber sie ist dabei trotzdem Frau. Und das finde ich auch ganz wichtig, auch als Message an die Frauen: dass wir nicht, weil wir berufstätig sind, uns jetzt besonders männlich oder hart oder verknöchert geben müssen. Nein, wir können einfach Frauen sein, fertig. 

Das war Ihr erster Dreh im Saarland. Kommen Sie mit dem Menschenschlag zurecht?

Christina Hecke: Der ist großartig. Ich habe selbst zwei Freundinnen aus dem Saarland, zwei ganz herzliche Damen. Gut, beim Dialekt hapert es manchmal.

Keine Angst vor Dialekt?!

Hätten Sie die Rolle auch übernommen, wenn Sie im saarländischen Dialekt hätten sprechen müssen?

Christina Hecke: Ich tue mich mit Dialekten relativ leicht, bin selber ein Mischblüter: Mein Großvater ist Hamburger, mein Vater Allgäuer, ich bin in Stuttgart geboren, in Hessen aufgewachsen, und diese Dialekte sind dort ja sehr präsent. Aber der saarländische ist echt speziell. Ich habe mich darin versucht, aber den richtigen Tonfall zu treffen, ist nicht einfach. Das klingt dann schnell so, als würde man die Leute veralbern. 

"In Wahrheit" wird eine Krimireihe. Wie soll sie sich weiterentwickeln?

Christina Hecke: Wenn ich mir etwas wünschen dürfte: dass wir mit allen Figuren, die in den Fällen auftauchen, in die Tiefe gehen können und für den Zuschauer immer klarer wird, was den Täter zu dem Verbrechen bewogen hat.

Hat Ihnen denn der saarländische Lebensstil gefallen?

Christina Hecke: Die Nähe zu Frankreich und Luxemburg gefällt mir sehr. Wir reden immer von Europa, und im Saarland wird es gelebt. Dieser Nationenmix lebt einfach unkompliziert zusammen. Außerdem sind alle sehr herzlich, feierlustig, gemütlich und genussvoll. 

Mit welchem Gefühl möchten Sie die Zuschauer nach 90 Minuten entlassen? 

Christina Hecke: Mich würde am meisten freuen, wenn die Leute abschalten und sagen: "Ich freue mich auf den nächsten Fall, den die Frau Mohn zu ermitteln hat."

"Mord am Engelsgraben": Einfach authentisch

Nein, der erste Fall der neuen Reihe "In Wahrheit", "Mord am Engelsgraben", ist kein Kracher. Eher konventionell und unaufgeregt erzählt er vom Mord an einer Prostituierten. Seinem Hergang, seiner Aufklärung. Mittendrin: Christina Hecke als empathische und sympathische Kommissarin Judith Mohn. Bei seiner Erstausstrahlung auf arte im Juni wollten das über 1,5 Millionen sehen. Für arte ein Spitzenwert.

Die Zuschauer werden das Einschalten nicht bereut haben. Wegen der so positiv präsenten Christina Hecke. Wegen ihrer Kollegen Kowalski und Sondermann und den starken Episodendarstellern Loos und Berkel. Teil zwei der Reihe ist übrigens schon in (Dreh)-Arbeit. In "Tödliches Geheimnis" sind als Gaststars Hary Prinz, Sophie von Kessel und Franziska Brandmeier mit dabei.

13.11.2017, 13.06 Uhr

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