Glasfaser revolutioniert nicht nur das Internet, sondern auch die Art und Weise, wie wir fernsehen. Doch wie genau gelangen TV-Signale über hauchdünne Glasfaserkabel ins Wohnzimmer? Dieser Artikel erklärt die Technik hinter Glasfaser TV, zeigt die praktischen Voraussetzungen für den Empfang und hilft bei der Entscheidung zwischen Glasfaser, Satellit und Kabelfernsehen.

Wichtige Erkenntnisse

  • TV über Glasfaser funktioniert entweder als IPTV (Fernsehen über Internet) oder als virtueller Satellitenanschluss, bei dem Sat-Signale zentral empfangen und per Glasfaserkabel verteilt werden.
  • Die Technologie ermöglicht stabile Verbindungen mit hoher Bandbreite – ideal für HD- und 4K-Inhalte ohne Ruckler oder Bildstörungen, selbst wenn mehrere Personen gleichzeitig streamen.
  • Glasfaser bündelt häufig Internet, Telefon und TV in einem Anschluss und kann klassische Satellitenschüsseln oder Kabeldosen vollständig ersetzen.
  • Der Artikel behandelt sowohl die technischen Grundlagen (Signalweg, Datenübertragung) als auch praktische Aspekte wie Voraussetzungen, Anbieter, Kosten und den Vergleich zu alternativen Empfangswegen.
  • Glasfaser gilt als zukunftssichere TV-Infrastruktur, die auch in den 2030er-Jahren problemlos 8K-Streaming und neue Formate unterstützen wird.

Einführung: Fernsehen über Glasfaser im Überblick

TV über Glasfaser

Die Entwicklung des Fernsehens hat in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Wandel durchlaufen. Vom analogen Kabelfernsehen über Satellitenempfang bis hin zu modernem Internet Fernsehen – die Technologie hat sich grundlegend verändert. Seit etwa 2010 gewinnt IPTV zunehmend an Bedeutung, und mit dem Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten für das TV Erlebnis zu Hause.

Bei TV über Glasfaser werden Fernsehsignale als Lichtimpulse durch dünne Glasfasern übertragen. Diese Art der Übertragung ist kaum anfällig für elektromagnetische Störungen und erreicht Geschwindigkeiten, die mit herkömmlichen Kupferkabeln nicht möglich sind. Die Daten reisen dabei annähernd mit Lichtgeschwindigkeit – ein entscheidender Vorteil für ruckelfreies Streaming in höchster Qualität.

Wenn Sie überlegen, von Kabel oder Satellit auf Glasfaser umzusteigen, sollten Sie wissen: Glasfaser-TV kann verschiedene Formen annehmen. Es umfasst sowohl klassisches Kabelfernsehen über Glasfaserleitungen als auch IPTV-Angebote und sogar Satellitensignale, die über Glasfaser ins Haus eingespeist werden. In vielen Neubaugebieten wird seit etwa 2020 Glasfaser als Standard für Internet und Fernsehen verlegt, was den Zugang zu dieser Technologie erheblich vereinfacht. Glasfasernetzwerke sind bereits in vielen Regionen verfügbar, und der Ausbau dieser Infrastruktur wird weltweit vorangetrieben.

Die Lage des Kunden spielt dabei eine wichtige Rolle: Je nach geografischer Situation kann die Verfügbarkeit von Glasfaser, Kabel oder Satellit variieren, was wiederum Einfluss auf die Wahl des Übertragungsmediums und die verfügbaren Programmoptionen hat.

Wie funktioniert TV über Glasfaser technisch?

Die technische Funktionsweise von TV über Glasfaser basiert auf der Umwandlung digitaler TV-Signale in Lichtimpulse. Eine Laserdiode erzeugt gebündelte Photonen, die durch einen hauchfeinen Kern aus hochreinem Quarzglas geleitet werden. Dieser Kern ist nur wenige Mikrometer dick – mindestens 9 µm – und von einem Mantel mit niedrigerem Brechungsindex umgeben, der durch Totalreflexion verhindert, dass Lichtwellen austreten.

Der Signalweg im Detail:

Station

Funktion

Rechenzentrum des Providers

TV-Signale werden digital aufbereitet und in Datenpakete umgewandelt

Glasfaser-Backbone

Übertragung über Hauptleitungen mit hoher Kapazität

Lokale Verteilknoten

Verteilung auf regionale Netze

Glasfaser-Hausanschluss (ONT/Modem)

Umwandlung der Lichtsignale in elektrische Signale

Router im Heimnetz

Verteilung per LAN oder WLAN

Endgerät

TV, Set-Top-Box oder Streaming-Stick zeigen das Bild

Zwei Hauptvarianten existieren:

  • IPTV: Lineare TV-Programme werden wie ein Videostream über die Internetverbindung übertragen. Der Fernseher empfängt die Daten über das Heimnetzwerk.
  • Glasfaser-SAT-Lösung: Satellitensignale werden zentral im Netz gesammelt und über Glasfaser ins Haus verteilt – eine virtuelle Satellitenschüssel ohne Schüssel auf dem Dach.

Glasfaser hat im Vergleich zu Kupferkabeln nahezu keine Dämpfungsverluste über lange Strecken. Für Singlemode-Fasern, die bei TV-Übertragungen dominieren, sind Reichweiten von vielen Kilometern ohne Signalverstärkung möglich. Das macht die Technologie ideal für große Datenmengen wie 4K-Videos, HDR-Inhalte und Mehrkanalton.

Für den Empfang im Haushalt ist aktive Hardware erforderlich: ein Glasfaserabschlussgerät (ONT), ein kompatibler Router und je nach Lösung eine TV-Box oder ein Smart TV mit entsprechender App, während die Wahl des passenden Dienstes durch einen Vergleich der besten IPTV-Anbieter erleichtert wird.

IPTV über Glasfaser: Fernsehen über Internet erklärt

IPTV über Glasfaser

IPTV – Internet Protocol Television – bezeichnet die Übertragung von TV-Programmen über das Internetprotokoll. Anders als beim klassischen Rundfunksignal werden die Inhalte als Datenströme gesendet, die der Fernseher über die Internetverbindung empfängt. Der Glasfaseranschluss dient dabei als besonders schnelle und stabile Datenautobahn für diese Signale.

So funktioniert der Empfang typischerweise:

  1. Der Glasfaseranschluss im Haus wird mit einem Router verbunden (z.B. moderne FRITZ!Box oder Provider-Router)
  2. Die Verbindung zum Fernseher erfolgt per Set-Top-Box, Smart-TV-App oder Streaming-Gerät wie Fire TV, Apple TV oder Chromecast
  3. Die Senderwahl geschieht über eine Benutzeroberfläche mit EPG (elektronischer Programmführer), Suchfunktion und Kategorien

Ein wesentlicher Unterschied zu Kabelfernsehen oder Satellitenfernsehen ist die Rückkanal-Funktion: Sie können als Nutzer aktiv Anfragen an den Server senden. Das ermöglicht Funktionen wie:

  • Pausieren und Fortsetzen von Live-Sendungen (Timeshift)
  • Neustart bereits laufender Sendungen
  • Zugriff auf Mediatheken und Video on Demand
  • Cloud-Aufnahmen ohne lokale Hardware
  • Replay-TV mit Zugriff auf das Fernsehprogramm der letzten Tage

Anbieter wie waipu.tv und andere IPTV-Dienste bieten oft mehrere parallele Streams, sodass verschiedene Familienmitglieder gleichzeitig unterschiedliche Sender schauen können; einen Überblick über die Waipu TV Senderliste und Pakete liefert eine detaillierte Übersicht. Mit Glasfaser-TV ist es zudem möglich, Programme in allen Räumen des Haushalts zu empfangen und zu streamen. Für ein stabiles TV Erlebnis sind Glasfaser-Bandbreiten ab etwa 50 bis 100 Mbit/s ausreichend, um mehrere HD- oder 4K-Streams parallel zu nutzen und die vielfältigen Möglichkeiten des Fernsehens über Internet auszuschöpfen.

Glasfaser als virtueller Satellitenanschluss

Glasfaser als virtueller Satellitenanschluss

Einige Netzbetreiber bieten eine elegante Alternative zur klassischen Satellitenschüssel: Sie empfangen Satellitensignale zentral an einem Technikstandort und speisen diese dann über das Glasfasernetz in Mehrfamilienhäuser oder ganze Wohngebiete ein.

Der Ablauf dieser Lösung:

  1. Eine gemeinschaftliche Satellitenschüssel am zentralen Standort empfängt alle gewünschten Sender
  2. Das Sat-Signal wird in ein optisches Signal umgewandelt
  3. Die Übertragung erfolgt per Glasfaser in die einzelnen Gebäude
  4. Im Haus wandelt ein optisches SAT-Modul das Signal zurück in ein Format, das der Fernseher mit DVB-S2- oder DVB-C-Tuner versteht

Der große Vorteil: Auf dem Dach ist keine individuelle Schüssel mehr nötig. Das ist optisch ansprechender und oft genehmigungsfreundlicher – besonders relevant in Wohnanlagen mit PV-Anlagen, bei denkmalgeschützten Gebäuden oder wenn der Vermieter keine Satellitenschüsseln erlaubt.

Die im Fernseher vorhandenen Tuner werden weiterhin genutzt. Je nach Technik kann ein CI+-Modul erforderlich sein, um verschlüsselte HD Sendern oder Pay-TV-Sender freizuschalten. Ein wichtiger Punkt: Die Internetbandbreite des Glasfaseranschlusses wird durch SAT-over-Glasfaser-Lösungen in der Regel nicht beeinträchtigt, da beide Dienste auf unterschiedlichen Frequenzbereichen parallel laufen.

Voraussetzungen für TV über Glasfaser im Haushalt

Bevor Sie TV über Glasfaser nutzen können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Hier eine praktische Checkliste:

Infrastruktur im Gebäude:

  • Aktiver Glasfaseranschluss mit Hausanschluss und Glasfaserabschlussgerät (in Neubaugebieten oft seit 2018 Standard)
  • Funktionierende Inhouse-Verkabelung vom Netzabschlussgerät zum Router

Verkabelung im Haus:

  • Vom Router per LAN-Kabel zum TV oder zur Set-Top-Box (beste Option für 4K)
  • Alternativ WLAN-Nutzung, wobei für 4K-Streams ein stabiles 5-GHz-WLAN empfohlen wird; für Details zu Einrichtung und Optimierung hilft Fernsehen über WLAN mit praktischen Tipps
  • In Altbauten kann eine Aufrüstung der bestehenden Koax- oder Ethernet-Verkabelung nötig sein

Benötigte Endgeräte:

Empfangsart

Erforderliche Hardware

IPTV über GlasfaserRouter + IPTV-Box oder Smart TV mit entsprechender App
Glasfaser-Kabel/SATFernseher mit DVB-C/DVB-S2-Tuner, ggf. CI+-Modul
Streaming-DiensteSmart TV, Fire TV Stick, Apple TV oder Chromecast

Bandbreitenanforderungen:

  • Pro HD-Stream: ca. 8–10 Mbit/s
  • Pro 4K-Stream: ca. 20–30 Mbit/s
  • Empfehlung: Mindestens 50 Mbit/s, besser 100 Mbit/s oder mehr bei mehreren Personen im Haushalt

Zusätzlich benötigen Sie einen TV- oder IPTV-Vertrag mit einem Anbieter, der Fernsehdienste über Glasfaser bereitstellt. Viele Anbieter bieten dies als Option zum Internetvertrag an.

Vorteile von Fernsehen über Glasfaser

Seit Mitte der 2020er-Jahre entscheiden sich immer mehr Haushalte bewusst für Glasfaser TV – und das aus guten Gründen. Die Vorteile gegenüber klassischem Kabelanschluss oder DSL-basiertem Fernsehen sind erheblich.

Technische Vorteile:

  • Sehr hohe Bandbreiten bis zu 1.000 Mbit/s oder mehr – ideal für HD, 4K und zukünftig 8K
  • Stabile Verbindung auch in Stoßzeiten, da TV über Glasfaser weniger anfällig für Störungen ist als Kupferkabel
  • Geringe Latenz unter 1 ms – wichtig für schnelle Umschaltzeiten bei Live-Sport und interaktive Funktionen
  • Symmetrische Upload- und Download-Geschwindigkeiten

Qualität bei Bild und Ton:

  • Scharfes Bild durch hohe Datenraten und moderne Codecs wie H.265/HEVC
  • Mehrkanalton mit Dolby Digital oder Dolby Atmos für echtes Heimkino-Erlebnis
  • Kaum Artefakte oder Klötzchenbildung bei ausreichender Bandbreite
  • Unterstützung für HDR und erweiterte Farbräume

Komfort im Alltag:

  • Großer Programmumfang durch Kombination aus linearem TV, Mediatheken und Streaming Diensten
  • Aufnahmefunktion in der Cloud ohne zusätzliche Hardware
  • Funktionen wie Timeshift, Restart und personalisierte Empfehlungen
  • Mehrere parallele Streams für verschiedene Räume oder Familienmitglieder
  • Zugriff auf Serien und Filme über Prime Video, Netflix und andere Plattformen

Zukunftssicherheit:

  • Glasfaser gilt als langfristige Infrastruktur für die nächsten 10+ Jahre
  • Problemlose Unterstützung neuer TV-Formate und höherer Datenraten
  • Flexible Ergänzung um neue Dienste wie VR-Streaming oder interaktive Sportkanäle

TV über Glasfaser oder Satellit – was passt besser?

TV über Glasfaser oder Satellit

Die Wahl zwischen TV über Glasfaser und Sat hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beide Empfangswege haben ihre Berechtigung – die beste Lösung ist individuell unterschiedlich.

Glasfaser-TV punktet bei:

  • Gebieten mit guter Glasfaserverfügbarkeit
  • Komfortfunktionen wie Replay, Mediatheken und Apps
  • Mehreren parallelen Streams ohne Qualitätsverlust
  • Wetterunabhängigkeit – kein Signal bei Sturm oder Schnee verloren
  • Keine sichtbare Technik im Außenbereich (keine Antennen oder Schüssel)
  • Kombination mit schnellem Glasfaser Internet und Telefonie

Satellitenfernsehen hat Stärken bei:

  • Sehr großer Programmauswahl inklusive vieler internationaler Sender ohne Zusatzkosten
  • Einmaligen Hardwarekosten (Schüssel, LNB, Receiver) ohne laufende Grundgebühren für Free-TV
  • Verfügbarkeit auch in Regionen ohne Glasfaserausbau
  • Direktem Empfang ohne Abhängigkeit von einem Internetanbieter

Nachteile des Satellit:

  • Wetter- und ausrichtungsabhängig
  • Dächer- und fassadenrelevant (Baurecht, Denkmalschutz, Vermieterzustimmung erforderlich)
  • Keine interaktiven Funktionen ohne zusätzliche Internetverbindung

Entscheidungshilfe:

Situation

Empfehlung

Neubau oder Sanierung mit Glasfaser

TV über Glasfaser

Ländliche Region ohne Glasfaser

Satellit als Alternative

Viel Streaming (Netflix, Prime Video, DAZN)

Glasfaser für höhere Bandbreite

Viele internationale Sender gewünscht

Satellit

Mietwohnung ohne Genehmigung für Schüssel

Glasfaser oder IPTV

Manche Wohnprojekte nutzen hybride Lösungen: gemeinschaftlicher Satellitenempfang mit Verteilung über Glasfaser-Inhouse-Netze. So werden optische Nachteile der Schüssel vermieden, während die große Senderauswahl erhalten bleibt.

Anbieter, Tarife und Kostenmodelle

Die Kosten für TV über Glasfaser variieren je nach Anbieter und Tarif. Da sich Preise regelmäßig ändern, sind hier typische Spannbreiten und Modelle aufgeführt.

Triple-Play-Pakete:

Viele Internetanbieter bündeln Glasfaser Internet, Telefon und TV in einem Vertrag. Diese Kombipakete bieten oft Preisvorteile gegenüber Einzelbuchungen.

Einige der wichtigsten Anbieter für TV über Glasfaser sind Vodafone, Telekom, O2, 1&1 und Deutsche Glasfaser. Vodafone bietet ein Kombipaket aus Breitband-Internet, Telefonie und TV-Diensten über Glasfaser an. Die Deutsche Glasfaser ermöglicht Zugang zu über 310 TV-Sendern, davon mehr als 295 in HD-Qualität. Die Telekom integriert MagentaTV mit einer großen Auswahl an Sendern und Streaming-Optionen in ihr Glasfaserangebot. O2 kombiniert Glasfaser-Tarife mit O2 TV powered by Waipu.tv und bietet Zugang zu über 100 Sendern. 1&1 stellt HD-TV mit einer Vielzahl von Sendern und Streaming-Diensten über regionale Glasfaserpartner bereit. Bei Vodafone und Telekom profitieren Kunden zudem von exklusiven Inhalten und zusätzlichen Funktionen über deren IPTV-Angebote.

Mehr Informationen zu aktuellen Glasfaser-TV-Angeboten finden Sie unter folgendem Link.

Typische monatliche Kosten:

Leistung

Preisspanne

Glasfaseranschluss (100–500 Mbit/s)

ca. 30–60 €

TV-Option mit Basis-Senderpaket

ca. 5–15 €

Premium-Pakete mit Pay-TV/Sport

ca. 15–40 € zusätzlich

Einmalige Kosten:

  • Aktivierungs- oder Installationsgebühren: ca. 50–200 €
  • Nachträglicher Hausanschluss: je nach Aufwand höher
  • Inhouse-Verkabelung und zusätzliche Dosen: variabel
  • Leih- oder Kaufgebühren für TV-Boxen, Router oder CI+-Module

Empfehlungen für die Angebotswahl:

  • Angebote genau vergleichen: Laufzeit, Bandbreite, Senderumfang und verfügbare Streaming Angeboten prüfen
  • Vertragslaufzeiten beachten (oft 24 Monate) und Verlängerungsbedingungen lesen
  • Verfügbarkeit an der eigenen Adresse über Online-Checks der Anbieter testen
  • Auf enthaltene Radiosender und HD Qualität im Basispaket achten
  • Prüfen, ob Videos und Mediatheken im Paket enthalten sind

Beliebtheit und Zukunft von IPTV und Glasfaser-TV

Der Anteil von IPTV- und Streaming-Nutzern in Deutschland steigt seit Mitte der 2010er-Jahre kontinuierlich. Dieser Fortschritt wird durch den Ausbau des Glasfasernetzes weiter beschleunigt.

Auswirkungen des Nebenkostenprivilegs:

Seit dem Ende des Nebenkostenprivilegs können Mieter ihren TV-Anbieter freier wählen. Kabelfernsehen ist nicht mehr automatisch in den Nebenkosten enthalten. Das macht IPTV und Glasfaser-TV als Alternative attraktiver, da Nutzer nun aktiv entscheiden können, welchen Empfangsweg sie bevorzugen.

Typische Nutzungsmuster:

Viele Haushalte setzen bewusst auf Kombinationen:

  • Klassisches lineares Fernsehen für Nachrichten und Live-Sport
  • On-Demand-Inhalte und Mediatheken für Serien und Filme
  • Streaming-Plattformen für internationale Produktionen
  • Alles gebündelt über einen Glasfaseranschluss mit ausreichender Leitung

Ausblick auf die Zukunft:

Die deutsche Glasfaserstrategie sieht einen flächendeckenden Ausbau bis Anfang der 2030er-Jahre vor. Studien der EU-Kommission prognostizieren, dass bis 2030 etwa 80 % der europäischen Breitbandnutzung glasfasernetzbasiert sein wird.

Zu erwarten sind:

  • 4K als Standard, perspektivisch 8K-Streaming für neue Geräten
  • Cloud-Gaming als Ergänzung zum TV-Angebot
  • Immersive Formate wie VR und 360°-Videos
  • Interaktive Sportübertragungen mit wählbaren Kameraperspektiven

TV über Glasfaser kann langfristig Kabelfernsehen über Kupferleitungen ergänzen oder ablösen. In vielen Regionen wird es auch als echte Alternative zum Satellit positioniert – je nach Netz-Verfügbarkeit und individuellen Nutzungsgewohnheiten.

Zusammenfassung

TV über Glasfaser bietet eine moderne und zukunftssichere Möglichkeit, Fernsehen in hoher Qualität und mit vielfältigen Funktionen zu empfangen. Die Übertragung erfolgt über lichtbasierte Glasfaserkabel, die stabile und schnelle Verbindungen ermöglichen – ideal für HD- und 4K-Inhalte. Es gibt zwei Hauptarten: IPTV, bei dem TV-Programme als Datenströme über das Internet übertragen werden, und virtuelle Satellitenanschlüsse, bei denen Sat-Signale zentral empfangen und per Glasfaser verteilt werden.

Die Nutzung von Glasfaser-TV erfordert einen Glasfaseranschluss, passende Hardware wie Router und gegebenenfalls eine Set-Top-Box oder Smart-TV-App. Die Technologie ermöglicht neben linearem Fernsehen auch Funktionen wie Video on Demand, Mediatheken, Timeshift und Cloud-Aufnahmen. Im Vergleich zu Satelliten- oder Kabelfernsehen punktet Glasfaser-TV mit Wetterunabhängigkeit, hoher Bild- und Tonqualität sowie der Möglichkeit, Internet, Telefonie und TV in einem Anschluss zu bündeln.

Die Entscheidung zwischen TV über Glasfaser und Satellit hängt von der Verfügbarkeit, individuellen Bedürfnissen und baulichen Gegebenheiten ab. Mit dem Ausbau der Glasfasernetze wird TV über Glasfaser zunehmend zur bevorzugten Wahl für ein flexibles und hochwertiges Fernseherlebnis.

FAQ – Häufige Fragen zu TV über Glasfaser

  1. Benötige ich für TV über Glasfaser unbedingt eine zusätzliche TV-Box?

    Nicht zwingend. Viele Anbieter liefern zwar eine eigene TV-Box mit, aber moderne Smart TVs (ab etwa Baujahr 2018) verfügen häufig über Apps für IPTV-Dienste. Mit diesen können Sie das TV Programm direkt über den Glasfaser-Router streamen, ohne zusätzliche Hardware. Bei SAT-over-Glasfaser-Lösungen nutzen Sie in der Regel den vorhandenen DVB-S2- oder DVB-C-Tuner im Fernsehgerät – eine separate Box ist dann ebenfalls nicht nötig. Lediglich für verschlüsselte Sender benötigen Sie eventuell ein CI+-Modul.

  2. Kann ich meinen bestehenden Fernseher weiterverwenden?

    Ja, nahezu alle Flachbildfernseher mit HDMI-Anschluss können weiter genutzt werden. Wenn Ihr Fernseher keine Smart-TV-Funktionen hat, schließen Sie einfach eine Set-Top-Box oder einen Streaming-Stick (z.B. Fire TV Stick, Apple TV) an. Für die Nutzung integrierter Tuner sollten Sie prüfen, ob diese HD-fähig sind und ein CI+-Schacht für verschlüsselte Programme vorhanden ist. Die Fernbedienung des externen Geräts übernimmt dann die Steuerung der TV-Funktionen.

  3. Was passiert mit meinem bisherigen Kabel- oder Satellitenanschluss?

    Ein bestehender Kabel- oder Sat-Anschluss kann parallel weiterlaufen, wenn Sie nicht sofort vollständig umsteigen möchten. Bei dauerhafter Nutzung von TV über Glasfaser können Sie Kabel- oder Sat-Verträge kündigen, um Doppelkosten zu vermeiden – beachten Sie dabei die Kündigungsfristen. Bauliche Rückbauten wie das Entfernen einer Satellitenschüssel sollten Sie mit dem Eigentümer oder der Hausverwaltung abstimmen. Das Signal vom alten Anschluss bleibt technisch verfügbar, solange die Leitung nicht entfernt wird.

  4. Ist TV über Glasfaser wetterunabhängig?

    Die Datenübertragung in der Glasfaser selbst wird nicht vom Wetter beeinflusst – anders als beim klassischen Satellit, wo Regen oder Schnee den Empfang stören können. Bei Lösungen mit gemeinschaftlicher Satellitenschüssel am Netzknoten ist zwar die erste Signalaufnahme witterungsabhängig, aber der Transport zum Haus erfolgt stabil über Glasfaser. Im Alltag führen Regen, Schnee oder Sturm bei Glasfaser-TV deutlich seltener zu Empfangsproblemen. Auch bei extremen Wetterbedingungen bleibt die Bildqualität in der Regel konstant.

  5. Wie viele Geräte können gleichzeitig über Glasfaser fernsehen?

    Die maximale Zahl paralleler Streams hängt von der verfügbaren Bandbreite und dem gebuchten Tarif ab. Bei 100 Mbit/s sind in der Praxis 3–4 parallele HD-Streams plus normale Internetnutzung (Surfen, E-Mails, Smartphone) komfortabel möglich. Bei 250 Mbit/s oder mehr steigt die Kapazität entsprechend. Zusätzlich legen viele IPTV-Anbieter im Vertrag fest, wie viele Streams gleichzeitig erlaubt sind – typisch sind 2, 4 oder mehr. Diese Informationen sollten Sie vor Vertragsabschluss prüfen, wenn mehrere Personen im Haushalt häufig parallel Computer, Laptop oder Tablet für Streaming nutzen.

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