Krimiserien aus Deutschland erfreuen sich seit Jahrzehnten großer Beliebtheit und haben sich zu einem festen Bestandteil der Fernsehlandschaft entwickelt. Von den klassischen Ermittlergeschichten der 1970er Jahre bis hin zu modernen, international gefeierten Produktionen bieten deutsche Krimis eine faszinierende Vielfalt an spannenden Geschichten, komplexen Charakteren und atmosphärischen Schauplätzen. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die besten deutschen Krimiserien vor, beleuchten ihre Besonderheiten und geben einen Überblick über aktuelle Highlights und zeitlose Klassiker. Tauchen Sie ein in die Welt der deutschen Krimis, in der Spannung, Drama und gesellschaftliche Themen aufeinandertreffen.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Deutsche Krimiserien gehören seit den 1970er Jahren zu den beliebtesten Genres im deutschsprachigen Fernsehen und haben sich von dokumentarischen Formaten zu hochwertig produzierten Prestige-Serien entwickelt.
  • Klassiker wie Tatort und Der Kommissar prägen das Genre bis heute, während moderne Produktionen wie Babylon Berlin, Der Pass und Dogs of Berlin internationale Maßstäbe setzen.
  • Die Bandbreite reicht von düsteren Thrillern über regionale Heimatkrimis bis hin zu leichtfüßigen Krimikomödien wie Mord mit Aussicht oder Wilsberg.
  • Streaming-Plattformen wie Netflix, WOW/Sky und die ARD-/ZDF-Mediathek bieten umfangreiche Kataloge deutscher Krimiserien für unterschiedliche Geschmäcker.
  • Am Ende dieses Artikels finden Sie ein FAQ mit Antworten zu Verfügbarkeit, Einstiegsserien und Altersfreigaben.

Deutsche Krimiserien sind weit mehr als bloße Unterhaltung am Sonntagabend. Sie spiegeln gesellschaftliche Entwicklungen wider, greifen reale Kriminalfälle auf und haben sich über Jahrzehnte zu einem eigenständigen Kulturphänomen entwickelt. Von den frühen Tagen des Fernsehens in den 1950er Jahren bis zu den aufwendigen Streaming-Produktionen von heute hat das Genre eine bemerkenswerte Transformation durchlaufen.

In diesem Artikel werfen wir einen umfassenden Blick auf die spannendsten deutschen Krimiserien – von zeitlosen Klassikern bis zu aktuellen Highlights. Ob Sie Fans von Tatort-Episoden sind, sich für historische Stoffe wie Babylon Berlin begeistern oder moderne Netflix-Produktionen wie Dogs of Berlin und Crooks entdecken möchten: Hier finden Sie einen kompakten Überblick über das Beste, was deutsche Krimi-Reihen zu bieten haben.

Was macht deutsche Krimiserien so besonders?

deutsche Krimiserien

Deutsche Krimiserien zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Eigenschaft aus: Sie verbinden packende Spannung mit gesellschaftlicher Relevanz. Anders als in vielen internationalen Produktionen stehen nicht nur die Ermittlungen im Vordergrund, sondern auch die Menschen dahinter – mit ihren Schwächen, Zweifeln und persönlichen Geschichten. Diese realistische Figurenzeichnung macht den Unterschied.

Die thematische Bandbreite ist enorm. Moderne Serien greifen Themen wie Korruption, Migration, die Nachwirkungen der Wiedervereinigung oder organisierte Kriminalität auf. Dabei nutzen sie die regionale Vielfalt Deutschlands als dramaturgisches Element: Berlin mit seiner Metropolen-Energie, die raue Ostseeküste, die idyllischen Alpen oder die verschlafene Provinz – jeder Schauplatz prägt Atmosphäre und Handlung.

Ein wesentlicher Unterschied zu frühen Formaten liegt in der Erzählstruktur. Klassische Whodunnits wie Der Kommissar oder frühe Tatort-Folgen folgten dem bewährten Episodenprinzip: Mord zu Beginn, Aufklärung am Ende, Fall abgeschlossen. Moderne Serien wie Babylon Berlin oder Im Angesicht des Verbrechens setzen dagegen auf horizontale Erzählung mit staffelübergreifenden Handlungsbögen, komplexen Figurenentwicklungen und offenen Enden.

Die Rolle der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF kann dabei kaum überschätzt werden. Seit den 1970er Jahren haben sie das Genre maßgeblich geprägt und ermöglichen durch stabile Finanzierung langlebige Reihen. Parallel dazu entstehen seit etwa 2015 vermehrt internationale Koproduktionen und Streaming-Originale, die deutsche Krimi-Geschichten einem globalen Publikum zugänglich machen.

Besonders authentisch wirken Serien, die reale Fälle und historische Ereignisse aufgreifen. Das Geheimnis des Totenwaldes rekonstruiert die Göhrde-Morde von 1989, ZERV thematisiert die kriminologischen Herausforderungen der Nachwendezeit. Diese Verbindung von Fiktion und Realität verleiht deutschen Krimiserien eine Dringlichkeit, die Zuschauer fesselt.

Geschichte der deutschen Krimi-Serien

Die Geschichte der deutschen Krimiserien ist eng mit der Entwicklung des Fernsehens in Deutschland verbunden und spiegelt zugleich gesellschaftliche Veränderungen wider. Bereits in den 1960er Jahren legten Formate wie „Der Kommissar“ den Grundstein für das Genre: Klassische Krimi-Elemente wie Mord, Ermittlungen und die Suche nach dem Täter standen im Mittelpunkt. Die frühen Krimiserien zeichneten sich durch ein klares Episodenformat aus – ein Verbrechen zu Beginn, die Aufklärung durch den Kommissar am Ende. Diese Struktur prägte das Bild des deutschen Krimis für Jahrzehnte.

Mit dem Start von „Tatort“ im Jahr 1970 auf ARD begann eine neue Ära. Die Serie setzte auf regionale Vielfalt, wechselnde Ermittlerteams und realistische Darstellungen von Verbrechen. „Tatort“ wurde schnell zum Kult und ist bis heute ein fester Bestandteil der deutschen TV-Landschaft. Parallel dazu etablierte sich „Polizeiruf 110“ – zunächst im DDR-Fernsehen, später auch im gesamtdeutschen Programm – als eigenständige Krimireihe mit authentischen Ermittlungen und gesellschaftskritischem Blick.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Genre weiter. Die 1990er Jahre brachten einen frischen Wind: Krimiserien wie „Im Angesicht des Verbrechens“ wagten sich an komplexere Handlungen, psychologische Tiefe und die Darstellung von Polizisten und Kriminellen als vielschichtige Hauptrollen. Drama- und Comedy-Elemente hielten Einzug, und die Grenzen zwischen klassischem Krimi, Thriller und Drama verschwammen zunehmend.

Mit dem Aufkommen von Streaming-Plattformen wie Netflix und der internationalen Vernetzung des deutschen Fernsehens erlebte das Genre einen weiteren Innovationsschub. Serien wie „Babylon Berlin“ und „Dogs of Berlin“ setzen neue Maßstäbe in Sachen Ausstattung, Erzählweise und gesellschaftlicher Relevanz. Sie greifen historische Stoffe, aktuelle Themen wie Clan-Kriminalität oder politische Intrigen auf und begeistern ein internationales Publikum.

Heute ist die Bandbreite deutscher Krimiserien so groß wie nie: Von klassischen Ermittlergeschichten über düstere Thriller bis hin zu humorvollen Krimikomödien und True-Crime-Formaten. ARD, ZDF und Netflix bieten eine beeindruckende Vielfalt an Krimi-Serien, die mit spannenden Geschichten, starken Hauptrollen und gesellschaftlichem Tiefgang die Zuschauer fesseln. Die Entwicklung des Genres zeigt: Deutsche Krimiserien sind ein Spiegel ihrer Zeit – und bleiben ein Garant für Spannung und beste Unterhaltung im TV.

Übersicht der deutschen Krimiserien

TitelZeitraumSender/PlattformGenre/FormatBesonderheiten / InhaltHauptdarsteller / Figuren
TatortSeit 1970ARDKrimi, Ermittler-SerieVerschiedene Teams in unterschiedlichen Städten, Klassiker mit regionaler Vielfalt, ganze Krimi ReiheDiverse Teams, z.B. Batic & Leitmayr
Der Kommissar1969–1976ZDFKrimi, EpisodenformatMutter aller deutschen Krimiserien, klarer Fall pro Folge, Krimi ReiheErik Ode als Kommissar
Babylon BerlinSeit 2017Sky/WDRHistorischer KrimiBerlin in den 1920ern, opulente Ausstattung, politische Intrigen, Labyrinth aus Macht und VerbrechenVolker Bruch als Gereon Rath
Der PassSeit 2019SkyThriller, Alpen-KrimiDeutsch-österreichische Grenze, düstere Atmosphäre, psychologische Tiefe, Leiche als zentrales Element der ErmittlungsarbeitJulia Jentsch, Nicholas Ofczarek
Dogs of Berlin2018NetflixModerner KrimiMord an Nationalspieler, Clan-Kriminalität in Blocks, Drogenhandel, KorruptionFahri Yardim, Felix Kramer
Im Angesicht des Verbrechens2010ARDMafia-KrimiRussische Mafia in Berlin, komplexe Verstrickungen, Labyrinth der Unterwelt, Blocks als TerritorienMax Riemelt, Ronald Zehrfeld
WilsbergSeit 1995ZDFKrimikomödieAntiquar als Privatdetektiv, humorvoll, Detektiv ermittelt in MünsterLeonard Lansink, Oliver Korittke
Mord mit Aussicht2008–2014, Neuauflage seit 2022Das ErsteKrimikomödieGroßstadtkommissarin auf dem Land, humorvoll und skurril, Haus als Mittelpunkt des PrivatlebensCaroline Peters
Hubert ohne StallerSeit 2011Das ErsteKrimikomödieBayerische Landpolizei, leichtfüßig und humorvollChristian Tramitz
Der letzte Zeuge1998–2007ZDFMedizinkrimiGerichtsmediziner im Mittelpunkt, Mischung aus Krimi und DramaUlrich Mühe
Verbrechen nach Ferdinand von SchirachSeit 2010ARDJustizdrama, AnthologieMoralische Dilemmata, basierend auf echten FällenEdgar Selge
Crooks2024NetflixAction-KrimiKleinkriminelle zwischen Berlin, Wien und MarseilleFrederick Lau, Christoph F. Krutzler
Parfum2018ZDFneo/NetflixPsychothrillerInspiriert von Patrick Süskinds Roman, dunkle AtmosphäreDiverse
Nord bei NordwestSeit 2014Das ErsteHeimatkrimiOstsee-Küste, ehemaliger Undercover-Ermittler als Tierarzt, charmante KrimiserieHinnerk Schönemann
Nord Nord MordSeit 2011ZDFHeimatkrimiNordfriesische Insel, Kombination aus Idylle und MordPeter Heinrich Brix
Die Toten vom BodenseeSeit 2014ZDF/ORFGrenzüberschreitender KrimiErmittlerduo aus Deutschland und Österreich, mystische ElementeMatthias Koeberlin, Nora Waldstätten
Blutige AnfängerMehrere StaffelnZDF MediathekJugend-KrimiPolizeischüler in der Mordkommission, junge Ermittler, Fokus auf praktische AusbildungDiverse
KDD – Kriminaldauerdienst2007–2010ZDFPolizeidramaAlltag einer Polizeiwache in KreuzbergGötz Schubert
Das Geheimnis des Totenwaldes2020ARDTrue Crime, ThrillerBasierend auf den Göhrde-Morden, Feld als Tatort, Suche nach verschwundener SchwesterMatthias Brandt
Vienna BloodSeit 2019ZDF/ORF/BBCHistorischer KrimiWien um 1900, Psychoanalyse trifft KriminalfallMatthew Beard, Juergen Maurer
100 Code2015Sky Deutschland/TNTDeutsch-schwedischer KrimiRitualmorde in Stockholm, interkulturelles ErmittlerduoDominic Monaghan
Jenseits der SpreeSeit 2021ZDFKrimiBerlin-Krimi, Jürgen Vogel als sympathischer KriminalkommissarJürgen Vogel
Detective No. 24Seit 2022ARDKrimiErmittler-Serie, positive Kritik für innovative ErzählweiseDiverse
Das Mädchen am Strand2016ZDFKrimiKriminalfall um ein verschwundenes Mädchen an der NordseeHeino Ferch
SOKO LeipzigSeit 2001ZDFKrimiSOKO-Reihe, erfolgreiche Sonderkommission in LeipzigAndreas Schmidt-Schaller
SOKO KölnSeit 2003ZDFKrimiSOKO-Reihe, Ermittlungen in KölnDiverse
SOKO München1978–2020ZDFKrimiSOKO-Reihe, traditionsreiche Ermittler in MünchenDiverse
Die Rosenheim-CopsSeit 2002ZDFKrimikomödieHumorvolle Krimis im AlpenvorlandDieter Fischer, Marisa Burger
German Crime Story: Gefesselt2023Prime VideoTrue CrimeTrue-Crime-Serie über den Fall des ‚Sexturmörders‘ von HamburgOliver Masucci

Klassiker des deutschen Krimi-Genres

Die Geschichte der deutschen Kriminalserien beginnt in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren. Inspiriert von amerikanischen Vorbildern wie Dragnet entwickelten deutsche Sender eigene Formate, die zunächst dokumentarisch geprägt waren und wahre Fälle nachstellten. Aus diesen Anfängen erwuchsen Serien, die bis heute Kultstatus genießen.

Der Kommissar (ZDF, 1969–1976) gilt als Mutter aller deutschen Krimiserien. Erik Ode verkörperte den gleichnamigen Ermittler in 97 Folgen und prägte damit das Bild des deutschen Kommissars für Generationen. Die Serie folgte einem klaren Episodenprinzip: Jede Folge präsentierte einen neuen Mord, der innerhalb von 60 Minuten aufgeklärt wurde. Dabei standen weniger spektakuläre Actionszenen im Mittelpunkt als vielmehr menschliche Schwächen und präzise Milieustudien. Die Hauptrollen der Verdächtigen und Täter übernahmen regelmäßig renommierte deutsche Darsteller, was jede Episode zu einem kleinen Charakterdrama machte.

Tatort (ARD, seit 1970) ist das Flaggschiff des deutschen Fernsehkrimis und hat die Landschaft des Genres revolutioniert. Das Konzept mit wechselnden Kommissar-Teams aus verschiedenen Städten – München, Münster, Berlin, Köln und vielen weiteren – sorgt bis heute für Frische und regionale Vielfalt. Die Sonntagabend-Sendung um 20:15 Uhr im Ersten ist längst Institution geworden. Teams wie Thiel und Boerne in Münster bringen Comedy-Elemente ein, während Batic und Leitmayr in München klassische Ermittlungsarbeit verkörpern. Jede Episode kann als Film für sich stehen, doch die Ermittler selbst entwickeln sich über Jahre hinweg weiter – ein Prinzip, das dem Format seine Langlebigkeit sichert.

Der letzte Zeuge (ZDF, 1998–2007) bot eine ungewöhnliche Perspektive auf das Genre. Im Zentrum stand Gerichtsmediziner Dr. Robert Kolmaar, gespielt von Ulrich Mühe. Die Handlung verlagerte sich vom klassischen Kommissariat in den Sektionssaal – ein Wechsel, der dem Inhalt eine besondere Tiefe verlieh. Die Mischung aus Medizinkrimi und Charakterdrama sprach Zuschauer an, die sich für die forensische Seite der Verbrechensaufklärung interessierten.

Die frühen Arbeiten von Jürgen Roland, darunter Dem Täter auf der Spur und Stahlnetz, ebneten den Weg für realitätsnahe Polizeiarbeit im Fernsehen. Stahlnetz, das ab 1958 in der ARD lief, schrieb wahre Fälle um und verzichtete auf den dokumentarischen Rahmen früherer Produktionen. Diese Herangehensweise beeinflusste das Genre nachhaltig und findet bis heute im Tatort ihren Widerhall.

Wilsberg (ZDF, seit 1995) ist ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche deutsche Krimiserie, in der ein Detektiv im Mittelpunkt steht. Die Serie folgt dem Antiquar und Privatdetektiv Georg Wilsberg, der in Münster auf eigene Faust Verbrechen aufklärt und dabei immer wieder in skurrile Situationen gerät.

Moderne Prestige-Krimiserien aus Deutschland

Ab der Jahrtausendwende vollzog sich ein Wandel: Deutsche Krimiserien wurden aufwendiger produziert, seriell erzählt und für internationale Märkte konzipiert. Die Qualität der Ausstattung, die Komplexität der Drehbücher und die Produktionsbudgets erreichten neue Dimensionen.

Babylon Berlin (Sky/WDR, seit 2017) setzt Maßstäbe für deutsche Serienproduktionen. Die Handlung spielt im Berlin der späten 1920er Jahre und folgt Kommissar Gereon Rath, gespielt von Volker Bruch, durch eine Stadt am Rande des Abgrunds. Die Serie ist ein wahres Labyrinth aus politischen Intrigen und komplexen Handlungssträngen, das die Zuschauer fesselt. Basierend auf der Romanreihe von Volker Kutscher ist sie eine herausragende Krimi Reihe, die Politikthriller, Gangsterdrama und klassische Polizeiarbeit vermischt. Die visuell opulente Ausstattung – von Nachtclubs über Straßenschlachten bis zu politischen Intrigen – macht jede Staffel zum Erlebnis. Bisher sind ganze vier Staffeln erschienen, eine fünfte ist in Produktion. International wurde die Serie gefeiert und hat deutschen Qualitätsserien neue Türen geöffnet.

Im Angesicht des Verbrechens (ARD, 2010) gilt als kultisch verehrtes Meisterwerk unter Kennern. Die 10-teilige Serie von Dominik Graf beleuchtet die russische Mafia in Berlin, osteuropäische Migrantenmilieus und korrupte Strukturen innerhalb der Polizei. Obwohl die Quoten bei der Erstausstrahlung bescheiden ausfielen, hat die Serie längst Klassikerstatus erreicht. Regisseur Graf und sein Team erzählen mit ungewöhnlicher Intensität von Verbrechen, Loyalität und dem Preis der Wahrheit.

Der Pass (Sky, seit 2019) entführt Zuschauer an die deutsch-österreichische Grenze. Diese Koproduktion, lose inspiriert von der skandinavischen Serie Die Brücke – Transit in den Tod, folgt dem Ermittlerduo Ellie Stocker und Gedeon Winter bei der Aufklärung ritualisierter Morde in den Alpen. Die Bedeutung der Leiche, die an der Grenze gefunden wird, steht im Mittelpunkt der Ermittlungen und treibt die Handlung entscheidend voran. Die düstere Atmosphäre, das Spiel mit religiöser Symbolik und die psychologische Tiefe der Figuren machen die Serie zum Thriller im besten Sinne. Zwei Staffeln sind erschienen, eine dritte wurde angekündigt.

Dogs of Berlin (Netflix, 2018) provozierte bei seiner Premiere heftige Diskussionen. Nach dem Mord an einem deutschen Nationalspieler mit türkischen Wurzeln ermitteln Kurt Grimmer und Erol Birkan in einem Geflecht aus Rechtsextremismus, Clan-Kriminalität und polizeilicher Korruption. Die Handlung spielt in den Blocks Berlins, in denen kriminelle Clans um die Kontrolle über Territorien und den Drogenhandel kämpfen. Die Darsteller Fahri Yardim und Felix Kramer verkörpern ein Duo, das selbst tief in moralische Grauzonen verstrickt ist. Die Serie polarisiert – manche loben ihre Kompromisslosigkeit, andere kritisieren die überzeichnete Darstellung Berliner Milieus.

Crooks (Netflix, 2024) bringt Tempo und internationale Vernetzung ins Krimi-Genre. Regisseur Marvin Kren inszeniert zwei Kleinkriminelle, die zwischen Berlin, Wien und Marseille gegen internationale Clans antreten. Die Serie verbindet Heist-Elemente mit Roadmovie-Ästhetik und Familiendrama – actionreich, stylisch und überraschend emotional.

Parfum (ZDFneo/Netflix, 2018) adaptiert frei Patrick Süskinds gleichnamigen Roman, verlegt die Handlung jedoch in die Gegenwart. Ehemalige Internatsschüler werden durch Morde zusammengeführt, die mit obsessiver Geruchssuche verbunden sind. Die psychologische Tiefe und die düstere Atmosphäre heben diese Kriminalserie deutlich von klassischen TV-Krimis ab.

Berlin als Hauptstadt der deutschen Krimiserien

Hauptstadt der deutschen Krimiserien

Berlin ist der mit Abstand meistgenutzte Schauplatz deutscher Krimiserien. Die Hauptstadt bietet alles, was Krimi-Autoren brauchen: urbane Vielfalt, soziale Spannungen, historische Brüche und internationale Gangs. Seit dem Mauerfall hat sich die Stadt zur unerschöpflichen Quelle für Geschichten über Verbrechen entwickelt.

Babylon Berlin zeigt ein historisches Berlin-Bild der Weimarer Republik. Zwischen Clubs, korrupten Polizisten und politischer Instabilität entfaltet sich ein Panorama der 1920er Jahre, das zugleich Unterhaltung und Geschichtsstunde bietet. Der Kontrast zu heutigen Serien könnte kaum größer sein – und doch zieht sich ein roter Faden durch: Berlin als Stadt der Extreme.

Im Angesicht des Verbrechens verlegt die Handlung ins Berlin der 2000er Jahre. Reale Stadtteile wie Neukölln und Friedrichshain werden zu Schauplätzen von Menschenhandel, Zigarettenschmuggel und Mafia-Intrigen. Die Serie nutzt die urbane Geografie bewusst, um soziale Verwerfungen sichtbar zu machen.

Dogs of Berlin und Crooks setzen diese Tradition fort. Marzahn, Sonnenallee und die Innenstadt werden zu Kulissen für Clan-Strukturen und transnationale Kriminalität. Besonders in Dogs of Berlin stehen die Blocks als territoriale Einheiten der Berliner Unterwelt im Mittelpunkt, in denen rivalisierende Gruppen um Macht und Einfluss kämpfen. Der Drogenhandel ist dabei ein zentrales Element der Handlung und verdeutlicht die Verflechtung von organisierten Verbrechen und den sozialen Strukturen der Stadt. Beide Serien spielen bewusst mit dem Image der dunklen Stadt – gefährlich, undurchsichtig, voller Möglichkeiten für Kriminelle und Ermittler gleichermaßen.

KDD – Kriminaldauerdienst (ZDF, 2007–2010) wählte einen anderen Ansatz. Die Serie begleitete eine Kreuzberger Polizeiwache im Schichtdienst und erzählte seriell von beruflichen und privaten Krisen des Teams. Anders als klassische Fall-der-Woche-Formate bot KDD einen realistischen Blick auf den Alltag deutscher Polizisten.

Die Präsenz Berlins im Krimi-Kosmos ist überwältigend. Ob historisch, gegenwärtig oder dystopisch – die Hauptstadt liefert den perfekten Rahmen für Verbrechen aller Art.

Regionale Ermittlerreihen: Von Küste bis Alpenrand

Regionale Ermittlerreihen

Seit den 1990er Jahren erfreuen sich regionale Heimatkrimis wachsender Beliebtheit. Die Kombination aus malerischen Landschaften und brutalen Mordfällen erzeugt einen reizvollen Kontrast, der Zuschauer immer wieder fesselt. Diese Reihen beweisen, dass Spannung nicht nur in der Großstadt funktioniert.

Nord bei Nordwest (Das Erste, seit 2014) führt in das fiktive Schwanitz an der Ostsee. Ein ehemaliger Undercover-Ermittler arbeitet dort als Tierarzt und wird immer wieder in Kriminalfälle verwickelt. Die Zusammenarbeit mit der lokalen Polizistin Hannah Wagner – später deren Nachfolgerin – sorgt für Dynamik. Die ruhige Küsten-Optik täuscht: Die Fälle sind oft härter, als die Idylle vermuten lässt.

Nord Nord Mord (ZDF, seit 2011) wählt Sylt als Schauplatz. Das Team um Kommissar Carl Sievers ermittelt zwischen Dünen, Ferienhäusern und dem Wattenmeer. Der Kontrast zwischen Urlaubspostkartenidylle und brutalen Taten verleiht dieser Krimireihe ihren besonderen Reiz.

Die Toten vom Bodensee (ZDF/ORF, seit 2014) ist eine deutsch-österreichische Kooperation. Das Ermittlerduo Micha Oberländer und Hannah Zeiler bearbeitet grenzüberschreitende Fälle zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mystische Anklänge und die atmosphärische See-Kulisse machen die Reihe unverwechselbar.

Auch Der Pass lässt sich als Alpen-Krimi einordnen. Die schneebedeckten Berge und einsamen Passstraßen bilden eine Kulisse, die ebenso schön wie bedrohlich wirkt – perfekt für düstere Ermittlungen an der Grenze zweier Länder.

Das Geheimnis des Totenwaldes nutzt ländliche Schauplätze für seine düstere Handlung. Besonders ein abgelegenes Feld in der Nähe eines kleinen Dorfes wird zum zentralen Ort der Ermittlungen, als dort eine Leichensammlung und Tierkadaver entdeckt werden. Das Feld dient als Schauplatz für dramatische und geheimnisvolle Ereignisse, die die Ermittler vor große Herausforderungen stellen.

Krimikomödien und leichtfüßige Ermittlungen

Deutsche Krimiserien können auch humorvoll sein. Einige der beliebtesten Formate setzen auf Dialogwitz, skurrile Figuren und liebevolle Provinzklischees – ohne dabei auf echte Kriminalfälle zu verzichten.

Mord mit Aussicht (Das Erste, 2008–2014, Neuauflage seit 2022) erzählt von Großstadtkommissarin Sophie Haas, die ins fiktive Eifel-Dorf Hengasch versetzt wird. Das Haus von Sophie Haas steht dabei sinnbildlich für ihr neues Privatleben und die Herausforderungen, die mit dem Umzug aufs Land verbunden sind. Die Kombination aus Provinzmief, schrulligen Dorfbewohnern und handfesten Mordfällen macht die Serie zum Publikumsliebling. Die Neuauflage ab 2022 setzt das Konzept mit verändertem Cast fort.

Dr. Psycho – Die Bösen, die Bullen, meine Frau und ich (ProSieben, 2007–2008) stammt aus der Feder von Ralf Husmann, bekannt durch Stromberg. Christian Ulmen spielt Polizeipsychologe Dr. Max Munzl bei einer SOKO für organisiertes Verbrechen. Die Mischung aus Workplace-Comedy und Krimi funktioniert dank pointierter Dialoge und absurder Situationen.

Hubert ohne Staller (Das Erste, seit 2019; früher Hubert und Staller seit 2011) zeigt bayerische Landpolizei im Dauereinsatz. Die Fälle sind oft überspitzt und absurd, der Tonfall bewusst leicht und familienfreundlich. Perfekt für Zuschauer, die abends entspannen möchten.

Wilsberg (ZDF, seit 1995) folgt dem Münsteraner Antiquar und Privatdetektiv Georg Wilsberg, gespielt von Leonard Lansink, bei seinen Ermittlungen. Die Serie, basierend auf Jürgen Kehrers Romanen, kombiniert launige Dialoge und Running Gags mit durchaus ernstzunehmenden Fällen. Nebendarsteller wie Oliver Korittke und Rita Russek tragen zum unverwechselbaren Ensemble bei.

Ein Beispiel für eine Krimiserie mit weiblichen Hauptfiguren ist „Das Mädchen am Strand“, in der das Schicksal eines verschwundenen Mädchens im Mittelpunkt der Ermittlungen steht.

Diese Reihen eignen sich besonders für Zuschauer, die spannende Unterhaltung ohne explizite Gewalt suchen – ideal für den gemütlichen Fernsehabend.

True Crime, Justizdramen und experimentelle Formate

Seit den 2010er Jahren haben sich vermehrt Serien etabliert, die Gerichts- und Justizperspektiven einnehmen oder sich von realen Fällen inspirieren lassen. Diese Formate bieten oft moralische Grauzonen statt einfacher Antworten.

Verbrechen und Verbrechen nach Ferdinand von Schirach (ARD, 2010/2013) basieren auf den Kurzgeschichten des Strafverteidigers Ferdinand von Schirach. Im Mittelpunkt steht Anwalt Friedrich Leonhardt, der in jeder Episode einen abgeschlossenen Fall bearbeitet. Die Serien brillieren durch ihre Darstellung juristischer Feinheiten und moralischer Dilemmata – Schuld und Unschuld sind hier selten eindeutig.

Ferdinand von Schirach: Strafe (ARD, 2021) adaptiert den Erzählband Strafe. Jede Folge erzählt eine eigenständige Geschichte über Schuld, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Druck. Die Anthologie-Struktur erlaubt es, verschiedene Milieus und Konflikte zu beleuchten.

Das Geheimnis des Totenwaldes (ARD, 2020) ist ein Dreiteiler, inspiriert von den Göhrde-Doppelmorden 1989 und dem Verschwinden einer Frau in Niedersachsen. Matthias Brandt verkörpert einen Ermittler, der jahrzehntelang an dem Fall arbeitet. Die Entdeckung einer Leiche im Wald ist dabei das zentrale Element, das die Ermittlungen ins Rollen bringt. Die ARD-Mediathek bietet ergänzend eine Dokumentation und einen Podcast an.

Unbroken (ZDFneo, 2021) wagt ein ungewöhnliches Erzählexperiment. Kriminalkommissarin Alexandra Enders wird hochschwanger entführt und ohne ihr Baby wiedergefunden. Die serielle Struktur nutzt Rückblenden und unzuverlässige Erinnerungen, um die psychologische Dimension des Falls zu entfalten.

Internationale Koproduktionen und europäische Vernetzung

Deutsche Krimiserien entstehen zunehmend in Zusammenarbeit mit Partnern aus Österreich, der Schweiz, Skandinavien und Großbritannien. Diese Koproduktionen sichern größere Budgets und ermöglichen internationale Auswertung.

Vienna Blood (ZDF/ORF/BBC, seit 2019) spielt im Wien um 1900. Arzt Max Liebermann und Inspektor Oskar Rheinhardt ermitteln in einer Stadt, die von Sigmund Freuds Psychoanalyse geprägt ist. Basierend auf Frank Tallis’ Liebermann-Papieren verbindet die Serie historisches Drama mit klassischer Krimihandlung.

Der Pass und Die Toten vom Bodensee sind weitere Beispiele für erfolgreiche deutsch-österreichische Kooperationen. Grenzüberschreitende Ermittlungen werden hier zum erzählerischen Prinzip – die unterschiedlichen Rechtssysteme und Mentalitäten sorgen für zusätzliche Spannung.

100 Code (Sky Deutschland/TNT, 2015) entstand als deutsch-schwedische Koproduktion. Die Serie, basierend auf einer Idee von Ken Bruen, folgt Ermittlungen zu ritualisierten Morden in Stockholm. Die Zusammenarbeit zwischen einem New Yorker Cop und schwedischen Kollegen bringt kulturelle Reibungspunkte ins Spiel.

Diese internationalen Koproduktionen prägen das Bild des deutschen Krimis über Landesgrenzen hinaus und erschließen neue Zuschauergruppen.

Deutsche Krimiserien in Mediatheken und auf Streaming-Plattformen

Die gute Nachricht für Krimi-Fans: Viele der genannten Serien sind legal und teilweise kostenlos verfügbar. Die Auswahl ist größer denn je.

Die ARD- und ZDF-Mediathek bieten umfangreiche Kataloge. Hier finden sich Reihen wie Blutige Anfänger, Jenseits der Spree, Das Geheimnis des Totenwaldes und zahlreiche Tatort-Folgen. Die Verfügbarkeit ist oft zeitlich begrenzt – es lohnt sich, regelmäßig vorbeizuschauen.

ZDFneo-Formate richten sich an ein jüngeres Publikum. Sløborn, eine Katastrophen-Krimiserie über ein tödliches Virus auf einer Nordsee-Insel, und Unbroken zeigen experimentierfreudige Ansätze, die sich von klassischen Primetime-Formaten abheben.

Bei Streaming-Anbietern wie Netflix, WOW/Sky und Prime Video finden sich internationale Produktionen und deutsche Originale. Babylon Berlin läuft bei WOW/Sky, Dogs of Berlin, Parfum und Crooks bei Netflix. Die Verfügbarkeiten ändern sich regelmäßig – regionale Sperren sind möglich.

Wer physische Medien bevorzugt, findet Klassiker wie Der Kommissar, Dem Täter auf der Spur oder Ein Fall für Stein in Sammlerboxen auf DVD und Blu-ray. Diese Editionen eignen sich besonders für Fans, die ihre Lieblingsserien dauerhaft im Regal haben möchten.

Tipps für Einsteiger: Welche deutsche Krimiserie passt zu dir?

Die Auswahl an deutschen Krimiserien ist überwältigend. Die richtige Serie hängt vom persönlichen Geschmack ab – ob düster, humorvoll, historisch oder regional.

Für Fans von historischen Epen empfehlen sich Babylon Berlin und Vienna Blood. Beide Serien bestechen durch detailreiche Ausstattung, komplexe Plots und atmosphärische Zeitreisen. Wer sich für die Weimarer Republik oder das Wien um 1900 interessiert, wird hier bestens bedient.

Freunde harter, moderner Thriller sollten Der Pass, Im Angesicht des Verbrechens, Dogs of Berlin oder Unbroken auf ihre Liste setzen. Diese Serien bieten hohe Gewalt- und Spannungsspitzen, psychologische Tiefe und moralische Ambiguität. Nichts für schwache Nerven, aber packend bis zur letzten Minute.

Für gemütliche Krimi-Abende eignen sich Wilsberg, Hubert ohne Staller, Mord mit Aussicht, Nord bei Nordwest oder Nord Nord Mord. Diese Formate sind leichter im Ton, oft humorvoll und ideal für die Primetime im Ersten oder ZDF. Perfekt zum Entspannen nach einem langen Tag.

Justiz- und Mindset-Fans kommen bei Verbrechen, Strafe und den anderen Ferdinand-von-Schirach-Adaptionen auf ihre Kosten. Der Fokus auf Gerichtsszenen, moralische Grauzonen und psychologische Feinheiten macht diese Anthologie-Serien zu Highlights für anspruchsvolle Zuschauer.

GeschmackEmpfohlene SerienTonfall
HistorischBabylon Berlin, Vienna BloodOpulent, komplex
Düster/ModernDer Pass, Dogs of Berlin, UnbrokenHart, intensiv
GemütlichWilsberg, Mord mit Aussicht, Nord bei NordwestHumorvoll, entspannt
Justiz/PsychologieVerbrechen, StrafeTiefgründig, nachdenklich

Zusammenfassung

Deutsche Krimiserien haben sich über Jahrzehnte zu einem festen und vielfältigen Bestandteil der Fernsehlandschaft entwickelt. Sie zeichnen sich durch spannende Geschichten, komplexe Charaktere und eine große thematische Bandbreite aus – von klassischen Ermittlergeschichten über moderne Thriller bis hin zu humorvollen Krimikomödien. Serien wie Tatort, Babylon Berlin, Der Pass oder Dogs of Berlin setzen Maßstäbe in Qualität und Erzählweise. Dabei spiegeln sie oft gesellschaftliche Themen wider und nutzen die regionale Vielfalt Deutschlands als atmosphärische Kulisse.

Öffentlich-rechtliche Sender wie ARD und ZDF prägen das Genre maßgeblich, während Streaming-Plattformen neue Formate und internationale Kooperationen ermöglichen. Für Einsteiger bieten sich Serien mit abgeschlossenen Fällen an, während Fans komplexer Handlungsbögen und historischer Settings auf ihre Kosten kommen. Insgesamt bieten deutsche Krimiserien spannende Unterhaltung für unterschiedlichste Geschmäcker und Altersgruppen.

FAQ zu deutschen Krimiserien

  1. Welche deutsche Krimiserie eignet sich besonders gut als Einstieg?

    Für Einsteiger empfehlen sich leicht zugängliche Reihen mit abgeschlossenen Fällen wie Wilsberg, Nord bei Nordwest oder Mord mit Aussicht. Diese Serien erfordern kein Vorwissen und bieten unterhaltsame Krimiunterhaltung ohne komplizierte Handlungsstränge. Wer hochwertige, komplexe Serien bevorzugt, sollte mit Babylon Berlin beginnen – die erste Staffel führt gut in die Welt der Weimarer Republik ein und belohnt mit beeindruckender Ausstattung und vielschichtiger Erzählung.

  2. Wo kann ich deutsche Krimiserien legal streamen?

    Die ARD- und ZDF-Mediathek bieten zahlreiche öffentlich-rechtliche Produktionen kostenlos an – lediglich ein Account ist erforderlich. Premiumserien wie Babylon Berlin und Der Pass finden sich bei WOW/Sky, während Netflix Titel wie Dogs of Berlin, Parfum und Crooks im Programm hat. Die Verfügbarkeiten ändern sich regelmäßig, und manche Serien unterliegen regionalen Sperren. Es lohnt sich, vor dem Serienabend die jeweilige Plattform zu prüfen.

  3. Gibt es empfehlenswerte deutsche Krimiserien für Jugendliche?

    Serien mit moderater Gewalt und humorvollem Tonfall wie Hubert ohne Staller oder Mord mit Aussicht eignen sich gut für jüngere Zuschauer. Blutige Anfänger zeigt ein junges Ensemble angehender Polizisten und spricht gezielt ein jüngeres Publikum an. Grundsätzlich empfiehlt es sich, auf die FSK-Altersfreigaben in den Mediatheken zu achten – diese geben einen verlässlichen Hinweis auf geeignete Inhalte.

  4. Welche deutschen Krimiserien basieren auf wahren Fällen oder realen Ereignissen?

    Das Geheimnis des Totenwaldes rekonstruiert die Göhrde-Morde von 1989 und gilt als herausragendes Beispiel für True-Crime-inspirierte Fiktion. Einzelne Tatort-Folgen greifen immer wieder Anleihen an reale Kriminalfälle auf, ebenso die Adaptionen von Ferdinand von Schirach, dessen Kurzgeschichten oft auf echten Mandaten basieren. Namen und Details werden in der Regel verfremdet, um Persönlichkeitsrechte zu wahren.

  5. Warum sind so viele deutsche Krimiserien im öffentlich-rechtlichen Fernsehen angesiedelt?

    Die Tradition reicht bis in die 1970er Jahre zurück, als ARD und ZDF begannen, systematisch Krimiformate zu entwickeln. Der Programmauftrag – Information, Bildung und Kultur – schließt Unterhaltung ausdrücklich ein. Die stabile Finanzierung durch Rundfunkbeiträge ermöglicht langlebige Reihen wie Tatort oder die verschiedenen SOKO-Formate. Streaming-Anbieter setzen dagegen eher auf kürzere Staffeln mit definiertem Anfang und Ende, was unterschiedliche Erzählformate begünstigt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Aktuelle Beiträge