In der heutigen digitalen Medienwelt ist der elektronische Programmführer (EPG) ein unverzichtbares Werkzeug für alle Fernsehzuschauer. Er ersetzt die klassische TV-Zeitung und bietet eine übersichtliche, interaktive Programmübersicht direkt auf dem Bildschirm. Mit dem elektronischen Programmführer können Nutzer schnell und einfach das aktuelle und kommende Fernsehprogramm einsehen, Sendungen auswählen, aufnehmen oder Erinnerungen setzen.
Dank der kontinuierlichen Weiterentwicklung und Integration moderner Technologien ist der elektronische Programmführer heute weit mehr als nur eine einfache Programmübersicht – er ist ein zentraler Bestandteil des Fernseherlebnisses und erleichtert den Umgang mit der großen Vielfalt an TV-Daten und Sendern erheblich. Und auch beim Streamen hilft er weiter: Ob Mediatheken oder Streamingdienste wie Netflix, Sie finden alle Sendungen schnell, gezielt und ohne Aufwand.
Erfahren Sie in diesem Artikel mehr zum praktischen elektronischen Programmführer, der mittlerweile die klassischen Programmzeitschriften (fast) vollständig abgelöst hat, und wie Sie ihn am besten nutzen können.
Wichtigste Erkenntnisse
- Der elektronische Programmführer hat 2024 die klassische TV-Zeitung weitgehend ersetzt und ist als EPG direkt in Fernseher, Receiver, Streaming-Boxen und Apps integriert.
- Die Daten werden kostenlos mit dem TV-Signal (Satellit, Kabel, DVB-T2) oder über Internet (IPTV, Mediatheken) übertragen und automatisch aktualisiert.
- Moderne EPGs ermöglichen weit mehr als eine reine Programmübersicht: Aufnahme, Serien-Timer, Favoritenlisten und intelligente Suche nach Genre oder Schauspielern gehören zum Standard.
- Die Vorschau reicht je nach Anbieter von 7 bis 14 Tagen – deutlich aktueller als jede gedruckte Programmzeitschrift.
- Dieser Artikel liefert konkrete Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie einen Überblick über Standards, Plattform-Unterschiede und Zukunftstrends.
Einführung: Was ist ein elektronischer Programmführer?

Ein Electronic Program Guide – kurz EPG – ist eine elektronisch übertragene Programmübersicht für TV-Sender und Radiostationen. Statt in einer gedruckten Fernsehzeitschrift zu blättern, zeigt der EPG Sendertabellen direkt auf dem Bildschirm: Titel, Startzeit, Dauer, Kurzbeschreibung und oft zusätzliche Infos wie Genre, Altersfreigabe nach FSK oder beteiligte Schauspieler.
Der Übergang von Papier zu Digital begann mit der Verbreitung des digitalen Fernsehen in den späten 1990er-Jahren. Standards wie DVB-S (Satellit), DVB-C (Kabel) und DVB-T (Antenne) ermöglichten den Sprung von 20-30 analogen Kanälen auf Hunderte digitaler Programme. Die klassische Programmzeitschrift konnte mit dieser Anzahl schlicht nicht mehr mithalten. Heute erfolgt der Aufruf des EPG meist über eine eigene Taste auf der Fernbedienung oder ein Menü im Smart-TV.
Dabei gibt es deutliche Unterschiede: Einfache elektronische Programmführer in günstigen Fernsehern zeigen oft nur die aktuelle und folgende Sendung. Erweiterte Versionen in Receivern oder Festplattenrekordern bieten 7-Tage-Pläne mit Suchfunktion. Online-EPGs im Browser oder als App nutzen IP-basierte Daten und können noch umfangreichere Informationen bereitstellen, insbesondere wenn sie mit modernen IPTV-Anbietern mit Timeshift- und Cloud-Funktionen kombiniert werden.
Technische Grundlagen: Wie EPG-Daten übertragen werden
Die technische Funktionsweise eines elektronischen Programmguides mag komplex klingen, lässt sich aber auf wenige Kernprinzipien herunterbrechen.
Übertragung im digitalen Fernsehen:
- Im DVB-Standard (DVB-S, DVB-C, DVB-T2) werden EPG-Daten nach dem DVB SI EIT Standard übertragen
- Die Event Information Table (EIT) enthält „present/following” für aktuelle und nächste Sendung sowie „schedule” für bis zu 14 Tage Vorausplanung
- Diese Daten laufen als Binärcode im selben MPEG-Transport-Stream wie Video und Audio
- Der Receiver oder TV dekodiert die Informationen und wandelt sie in die grafische Oberfläche um
Datentiefe und Qualität:
- Sender entscheiden selbst über den Detailgrad ihrer Daten
- Öffentlich-rechtliche wie ARD/ZDF liefern meist ausführliche Beschreibung mit Episodentiteln und CRIDs
- Kleinere Sender beschränken sich oft auf Titel und Startzeiten
- Die Daten werden kontinuierlich im Hintergrund aktualisiert
Historische Vorläufer:
Als Vorgänger dienten Videotext-Seiten 300-399, die ab Mitte der 1990er-Jahre einfache Programmübersichten boten. Diese analogen Lösungen waren jedoch auf 1-2 Tage Vorschau beschränkt und erlaubten keine maschinelle Verarbeitung.
IPTV und Streaming:
Bei Diensten wie MagentaTV, Vodafone TV, Zattoo oder waipu.tv erfolgt die Bereitstellung via HTTP/HTTPS-APIs aus Cloud-Servern. Diese software-basierten Lösungen ermöglichen 14-Tage-Pläne und Replay-Integration, erfordern aber eine stabile Internetverbindung von mindestens 10 Mbit/s.
Funktionen und Bedienung moderner elektronische Programmführer

Moderne elektronische Progammführer sind weit mehr als statische Listen mit Sendungen. Sie dienen als interaktive Navigationszentrale für das gesamte TV-Erlebnis und erfüllen vielfältige Bedürfnisse der Nutzer.
Wichtigste Komfortfunktionen:
Funktion | Beschreibung |
|---|---|
Direkte Senderumschaltung | Ein Klick im Guide wechselt zum gewählten Programm |
Einmal-Timer | Aufnahme für einzelne Sendungen mit automatischer Zeitübernahme |
Serien-Timer | Alle Folgen einer Serie automatisch erfassen |
Erinnerung/Reminder | On-Screen-Alarm 5-10 Minuten vor Sendungsstart |
Genre-Filter | Nur Krimis, Sport oder Dokumentationen anzeigen |
Zeitfilter | „Heute Abend” oder „Am Wochenende” eingrenzen |
Navigation mit der Fernbedienung:
Die Bedienung erfolgt intuitiv mit Pfeiltasten für Sender- und Datumswechsel. Die OK-Taste öffnet Details oder wechselt direkt zum Sender. Farbige Funktionstasten bieten Schnellzugriffe – typischerweise Rot für Aufnahme, Grün für Detailinformationen.
Timer-Programmierung im Detail:
Aus der Detailansicht lässt sich ein Timer für Festplattenrekorder oder USB-Recording nahtlos programmieren. Startzeit und Laufzeit werden automatisch übernommen, Konfliktprüfungen bei Überlappungen erfolgen direkt. Systeme wie SFI von TechniSat oder MagentaTV bieten zusätzlich Stichwortsuchen nach Schauspielern oder Begriffen wie „Bundesliga”.
Serienaufnahme mit CRIDs:
Content Reference Identifiers (CRIDs) ermöglichen automatisierte Serienaufnahmen quer über Sender – zum Beispiel „alle Tatort-Folgen” unabhängig vom Ausstrahlungskanal.
Zusatzinformationen im elektronischen Programmführer:
- Altersfreigabe nach FSK
- HD/SD-Kennung und Bild-Qualität
- Untertitel-Hinweis und Audiodeskription
- Originalton-Spuren
- Aufnahmebeschränkungen bei Pay-TV wie Sky
Multi-Screen-Bedienung:
Viele Plattform-Lösungen erlauben die Fernsteuerung per Smartphone-App. Nutzer können Aufnahmen von unterwegs programmieren, Erinnerungen setzen oder Favoritenlisten verwalten – der TV zu Hause führt die Befehle aus.
Vorteile des elektronischen Programmführers gegenüber der Papierzeitschrift
Der Vergleich zwischen EPG und gedruckter Fernsehzeitschrift zeigt klare Vorteile für die digitale Variante: dynamisch und interaktiv schlägt statisch und gedruckt.
Aktualität:
Während Wochenhefte wie Hörzu oder TV Spielfilm bei Änderungen erst in der nächsten Ausgabe reagieren können, passt sich der elektronische Programmführer in Echtzeit an. Sport-Überziehungen um 20-30 Minuten, Sondersendungen bei Wahlen oder Breaking News – die Programmübersicht aktualisiert sich innerhalb von Minuten automatisch.
Komfort im Alltag:
- Ein Klick genügt für Senderwechsel oder Aufnahme
- Keine Suche in Seitenzahlen oder Tabellen
- Studien schätzen die Zeitersparnis auf bis zu 50% gegenüber Blättern
Kosten und Platzvorteil:
Die klassische TV-Zeitung kostet etwa 1-2 € pro Woche, dazu kommt der Platzbedarf für physische Hefte. Die Basisdaten des elektronischen Programmführers sind im Empfangssignal kostenlos enthalten – ohne zusätzliche Ausgaben.
Individuelle Filteroptionen:
Option | Nutzen |
|---|---|
Favoritenlisten | Nur gewünschte Sender anzeigen |
HD-Filter | Sendungen in bester Qualität priorisieren |
Kindersicherung | Bestimmte Inhalte ausblenden |
Merklisten | Interessante Sendungen vormerken |
Mediatheken-Integration:
Moderne elektronische Programmführer binden Replay-Funktionen ein. Verpasste Sendungen der letzten 7 Tage lassen sich direkt aus dem Guide starten – etwas, das eine Papierzeitschrift niemals bieten konnte.
Arten von EPGs nach Empfangsweg und Plattform
Je nach Technik und Anbieter unterscheiden sich elektronische Programmführer erheblich. Eine Übersicht der wichtigsten Typen:
SAT-EPG (Satellit):
Satellitenbetreiber wie Astra (19,2° Ost) und Sendergruppen (ARD/ZDF, RTL Deutschland, ProSiebenSat.1) strahlen ihre Daten im Satellitenmultiplex aus. Mit bis zu 1000 Kanälen ist der Satellitenempfang die umfangreichste Quelle für TV-Programme in Deutschland.
Kabel-EPG:
Kabelnetzbetreiber wie Vodafone Kabel Deutschland oder PYUR ergänzen DVB-C-Daten oft mit proprietären Plattform-Lösungen. Diese bieten erweiterte Vorschauen bis zu 14 Tagen und zusätzliche redaktionelle Inhalte.
DVB-T2 HD:
In Deutschland stellt freenet TV über DVB-T2 einen elektronischen Programmführer bereit, der mit HbbTV-Angeboten kombiniert wird. Diese Hybrid-Lösungen integrieren IP-Streams für erweiterte Funktionen ohne zusätzliche Rundfunk-Bandbreite.
IPTV-EPG:
Anbieter | Besonderheiten |
|---|---|
MagentaTV (Telekom) | 14-Tage-Vorschau, Restart-Funktion |
Vodafone TV | Cloud-basiert, personalisiert |
Zattoo | 7-14 Tage Timer, Replay |
waipu.tv | Flexible Aufnahmefunktionen |
Smart-TV-EPGs:
Hersteller wie Samsung (Tizen), LG (webOS), Sony (Android TV) und Panasonic haben eigene EPG-Oberflächen entwickelt. Diese mischen DVB- und Internetdaten und integrieren oft Streaming-Dienste wie Netflix direkt.
Externe Lösungen:
Neben eingebauten EPGs existieren externe Optionen: Set-Top-Boxen, CI+-Module mit eigenem Guide sowie Software auf PC oder Smartphone-Apps. Diese ermöglichen unabhängige Nutzung auch bei älteren Fernsehern.
EPG-Standards, proprietäre Systeme und Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum
Neben offenen Standards (ETSI/DVB) gibt es proprietäre, herstellerspezifische EPG-Lösungen, die im deutschsprachigen Raum Teil der TV-Landschaft sind.
Offene DVB-Standards:
Der DVB SI EIT Standard nach ETSI EN 300 468 definiert die Datenstrukturen für alle DVB-basierten elektronischen Programmführer. Diese Normen gewährleisten Kompatibilität quer über verschiedene Geräte und Anbieter.
Historische Übergangssysteme:
- NexTView (ETSI ETS 300 707): Ein Analog-Digital-Hybrid-System, das bis in die 2000er-Jahre genutzt wurde
- Guide+: Von TiVo entwickelt, in Europa bis 2017 aktiv – seitdem erhalten betroffene Geräte keine automatischen Programmdaten mehr und erfordern manuelle Timer-Programmierung
SFI (SiehFern INFO):
TechniSat hat mit SFI ein eigenes EPG-System entwickelt. Es bietet:
- 7-Tage-Übersicht für DVB-S, DVB-C und DVB-T
- Genre-Filter und Suchfunktionen
- Direkte Timer-Programmierung
- Verfügbar in Deutschland, Österreich und der Schweiz
HbbTV-EPG:
Hybrid Broadcast Broadband TV (HbbTV) verbindet klassischen Rundfunk mit Web-Technologien (HTML5, JavaScript). Die Vorteile:
- Erweiterte EPG-Funktionen mit Mediathekenzugang
- Rückschau über mehrere Tage
- Zusätzliche Informationen ohne Extra-Bandbreite
- Weit verbreitet bei ARD, ZDF, ORF und SRF
Barker-Channels:
Im DVB-T2-Bereich übertragen sogenannte Barker-Channels HbbTV-URLs und SI-Daten. Dies ermöglicht umfangreiche EPG-Funktionen, ohne zusätzliche Rundfunk-Kapazität zu belegen – eine innovative Lösung für die Kombination von Broadcast und Internet.
EPG und Aufnahmefunktionen: Von Timer bis Serienrekorder

Der elektronische Programmführer fungiert als zentrale Steuereinheit für alle Aufnahmegeräte – vom Festplattenrekorder über USB-Recording am Fernseher bis zum Netzwerkrekorder.
Klassische Recorder-Integration:
Festplatten- und DVD/Blu-ray-Recorder lesen EPG-Daten automatisch ein. Titel, Sendezeiten und Inhaltsangaben werden übernommen, was die Timer-Programmierung erheblich vereinfacht. Der Aufbau eines Aufnahme-Timers erfolgt in wenigen Schritten direkt aus dem Guide.
Serienaufnahme:
Viele Geräte und Plattform-Lösungen bieten die Option „Alle Folgen dieser Serie aufnehmen”. Die Erkennung erfolgt anhand von:
- CRIDs (Content Reference Identifiers)
- Serienkennungen in den EPG-Daten
- Sendungstitel-Matching
Stichwortaufnahmen:
Moderne Systeme ermöglichen automatische Aufnahmen basierend auf Suchbegriffen. Beispiele:
- „Fußball Bundesliga” erfasst alle relevanten Sportübertragungen
- „Tatort” nimmt jede Folge unabhängig vom Sender auf
- Schauspielernamen triggern alle Sendungen mit deren Beteiligung
Grenzen der Vorschau:
Vorschau-Tiefe | Timer-Nutzung |
|---|---|
Bis 14 Tage EPG-Daten | Oft nur 7 Tage für Timer freigegeben |
Speicheroptimierung | Begrenzung der Datenmenge |
Anbieterabhängig | Im Gerätemenü prüfbar |
Historische Lösungen:
Ältere Receiver nutzten Infrarot-Steuerlösungen wie G-Link. Dabei schalteten externe Geräte beim Start einer Aufnahme automatisch den Sat-Receiver um – eine mittlerweile überholte Technik.
Rechtliche Einschränkungen:
Bei Pay-TV-Anbietern wie Sky oder Streaming-Diensten können Aufnahmen eingeschränkt oder kopiergeschützt sein. Der EPG zeigt entsprechende Symbole, sodass Nutzer vor der Programmierung informiert sind.
Kosten, Verfügbarkeit und rechtliche Rahmenbedingungen
Die Nutzung des EPG verursacht für Endnutzer in der Regel keine zusätzlichen Kosten – die Daten sind im Empfangsweg enthalten.
Kostenstruktur:
Empfangsweg | Kosten für EPG |
|---|---|
Satellit | Kostenlos im Signal |
Kabel | Im Kabelvertrag enthalten |
DVB-T2 | Kostenlos (ggf. freenet-Abo für Private) |
IPTV | Im Abo-Preis enthalten (z.B. Zattoo ab 10€/Monat) |
Der „Preis” steckt indirekt in Rundfunkgebühren (ca. 18€/Monat in Deutschland) oder Pay-TV-Abos.
Premium-Dienste:
Einige Anbieter bieten erweiterte EPG-Produkte als Zusatz-Abo:
- Werbefreie Apps
- Redaktionelle Empfehlungen
- Erweiterte Datenquellen mit Bild und detaillierten Angaben
Rechtliche Unterscheidung:
Die rechtlichen Rahmen unterscheiden zwischen:
- Reinen Programmdaten: Titel, Sendezeiten – frei verfügbar
- Redaktionellen Inhalten: Texte, Bilder – urheberrechtlich geschützt
Verwertungsgesellschaften:
In Deutschland legt die VG Media Tarife für die Nutzung urheberrechtlich geschützter Programmbegleitmaterialien fest. Betreiber von Websites, Apps oder Druckerzeugnissen, die EPG-Daten kommerziell nutzen, müssen entsprechende Lizenzen einholen.
Regulatorische Entwicklung:
Neue EU-Regelungen zu Datenzugang, Urheberrecht und Medienregulierung entwickeln sich stetig weiter. Anbieter müssen ihre EPG-Dienste regelmäßig anpassen, um Anforderungen zu erfüllen. Laut impliziten Statistiken nutzen etwa 95% der digitalen Haushalte in Deutschland EPG-Funktionen.
EPG im Umfeld von Streaming, Mediatheken und „Connected TV”
Klassisches lineares Fernsehen verschmilzt zunehmend mit On-Demand-Angeboten, Streaming-Diensten und Mediatheken, die häufig auch als Grundlage für kostenloses Live-TV über legale Internetstreams dienen. Der elektronische Programmguide entwickelt sich zur zentralen Navigationsoberfläche für alles.
Plattform-Konvergenz:
Moderne Plattform-Lösungen bündeln verschiedene Quellen in einer gemeinsamen Programmübersicht:
Quellentyp | Beispiel |
|---|---|
Lineare TV-Sender | ARD, ZDF, RTL, ProSieben |
Mediatheken | ARD, ZDF, ORF, SRF |
Streaming-Plattformen | RTL+, Joyn, Pluto TV |
On-Demand | Netflix, Amazon (je nach Integration) |
Replay und Restart:
Moderne EPGs zeigen nicht nur zukünftige Sendungen. Funktionen wie „Replay” ermöglichen den Start verpasster Inhalte der letzten 7 Tage direkt aus dem Guide. „Restart” lässt laufende Sendungen von Anfang an beginnen.
Personalisierte Empfehlungen:
Einige Systeme analysieren Sehgewohnheiten und schlagen passende Sendungen oder Filme direkt im EPG-Interface vor. Diese Performance-Optimierung basiert auf anonymisierten Profilen und verbessert das Nutzererlebnis.
Sprachsteuerung:
Sprachassistenten wie Alexa, Google Assistant oder herstellerspezifische Lösungen werden zunehmend in die EPG-Suche integriert:
- „Zeige mir heute Abend alle Krimis in HD”
- „Nimm den Tatort am Sonntag auf”
- „Was läuft gerade auf ARD?”
Verschmelzende Grenzen:
Die Grenzen zwischen EPG und Benutzeroberfläche verschwimmen. Home-Screens von Smart-TVs oder Streaming-Boxen übernehmen viele EPG-Aufgaben. Samsung Ambient Mode oder LG webOS-Startseiten sind praktisch hybride EPGs mit erweitertem Angebot.
Zukunft des elektronischen Programmführers

Der Elektronische Programmführer entwickelt sich in den 2020er-Jahren rasant weiter. Mehr Personalisierung, nahtlose Streaming-Integration und KI-Unterstützung prägen die Zukunft.
Trends bis 2030:
- KI-gestützte Personalisierung: Dynamische Empfehlungen via Machine Learning, die Sehgewohnheiten in Echtzeit analysieren
- Cloud-Technologien: Individuelle Startseiten und Empfehlungen aus zentralen Rechenzentren
- DVB-I: Ein neuer Standard, der lineare TV-Inhalte IP-basiert listet und in EPG-Oberflächen integriert
- HbbTV 3.0: Erweiterte Funktionen mit 5G-Integration für mobile Nutzung
Datenschutz und Transparenz:
Die DSGVO bleibt entscheidend für personalisierte EPG-Angebote. Nutzer müssen Einwilligungen für Tracking geben können und diese jederzeit widerrufen. Transparenz über Datennutzung wird zum Wettbewerbsvorteil für Anbieter.
Barrierefreiheit:
EPG-Designs berücksichtigen zunehmend:
- Untertitel-Integration
- Audiodeskription
- Leicht verständliche Menüs
- Screenreader-Unterstützung
- Kontrastreiche Darstellung
Vision: Geräteübergreifende Profile:
Die Zusammenarbeit zwischen Geräten wird nahtloser. Persönliche EPG-Einstellungen, Favoriten und Erinnerungen synchronisieren zwischen Wohnzimmer-TV, Tablet und Smartphone. Die Anfrage „Was wollte ich heute Abend schauen?” wird von jedem Gerät gleich beantwortet.
Zusammenfassung
Der elektronische Programmführer (EPG) ist heute unverzichtbar für das moderne Fernseherlebnis. Er ersetzt die klassische TV-Zeitung und bietet eine interaktive, stets aktuelle Übersicht über das Fernsehprogramm. Durch die Umstellung vom analogen zum digitalen Fernsehen hat sich die Anzahl der verfügbaren Sender stark erhöht, was die Nutzung von EPGs zur komfortablen Navigation und Programmplanung notwendig macht. EPGs zeigen Titel, Startzeit, Dauer und oft zusätzliche Informationen wie Genre oder Schauspieler an.
Sie sind in digitale Empfangsgeräte integriert und ermöglichen Funktionen wie direkte Senderumschaltung, Aufnahmeprogrammierung, Serien-Timer sowie personalisierte Filter und Empfehlungen. Die Daten werden nach dem DVB-SI-EIT-Standard übertragen und sind in der Regel kostenlos verfügbar. Moderne EPGs integrieren auch Mediatheken, Replay- und Restart-Funktionen und sind über Fernbedienung oder Apps bedienbar. Die Zukunft des EPG liegt in personalisierten, KI-gestützten Lösungen mit nahtloser Integration von Streaming und Cloud-Technologien. Datenschutz und Nutzerfreundlichkeit stehen dabei im Mittelpunkt.
FAQ zum elektronischen Programmführer (EPG)
Wie weit im Voraus reichen EPG-Daten typischerweise?
DVB-Standards bieten in der Regel 7 Tage Vorschau (EIT Schedule). IPTV-Anbieter wie MagentaTV oder Zattoo stellen oft bis zu 14 Tage bereit. Öffentlich-rechtliche Sender in Deutschland, Österreich und der Schweiz liefern meist 7-Tage-Pläne mit detaillierten Angaben. Die tatsächliche Tiefe ist im Gerät oder Anbieter-Menü einsehbar – Timer-Funktionen sind oft auf 7 Tage begrenzt, auch wenn längere Vorschauen verfügbar sind.
Warum fehlen bei manchen Sendern Details oder Bilder im EPG?
Sender bestimmen selbst, welche Daten sie aussenden. Titel und Startzeit sind obligatorisch, ausführliche Beschreibung, Episodeninfos oder Bild optional. Lizenzkosten für Bilder, Bandbreitenlimits und unterschiedliche Update-Routinen verursachen Unterschiede. Während ARD und ZDF detaillierte Daten liefern, beschränken sich Nischenkanäle oft auf Minimaldaten. Diese Ungleichheit ist kein Gerätefehler, sondern Sendersache.
Kann ich meinen elektronischen Programmführer individuell anpassen?
Ja, die meisten Geräte erlauben umfangreiche Personalisierung. Senderlisten lassen sich sortieren, unerwünschte Programme verstecken, Favoritenlisten anlegen. Moderne Smart-TVs und IPTV-Plattform bieten zusätzlich verschiedene Ansichtstypen (Raster, Liste), Farbschemata und Filter nach HD, Genre oder Altersfreigabe. Die Tipps: Einstellungen im Menüpunkt „EPG” oder „Programmübersicht” prüfen.
Benötigt ein EPG immer eine Internetverbindung?
Klassisches DVB-EPG (Satellit, Kabel, DVB-T2) funktioniert ohne Internet – die Daten sind im Broadcast-Signal enthalten. HbbTV-EPGs, IPTV, Streaming-EPGs und App-Lösungen hingegen benötigen eine stabile Internetverbindung. Für HbbTV empfehlen sich mindestens 10 Mbit/s, für reine IPTV-Nutzung entsprechend mehr. Der Einstieg ohne Internet ist also möglich, erweiterte Funktionen erfordern jedoch Konnektivität.
Wie sicher sind meine Nutzerdaten bei personalisierten EPGs?
Personalisierte Empfehlungen basieren meist auf pseudonymisierten Sehprofilen – keine direkte Zuordnung zu Personen ohne explizite Einwilligung. In der EU gilt die DSGVO, die Nutzer das Recht gibt, Tracking-Einwilligungen zu widerrufen. Einstellungen zur Personalisierung finden sich in den Datenschutz-Menüs der Plattform. Ein Blick in diese Optionen empfiehlt sich bei Interesse an maximaler Privatsphäre.





